Tai Chi Chuan als Kampfkunst?

Die meisten von Ihnen haben schon über Tai Chi Chuan gelesen, gehört, vielleicht sogar schon einmal gesehen und sogar (meistens in einem VHS- oder in einem Krankenkassenkurs) ausprobiert. Was den meisten Menschen dann in Erinnerung blieb ist, dass Tai Chi Chuan eine Form von Entspannungsübungen sind, Meditation in Bewegung, chinesischer Tanz oder sogar eine Form von Yoga. Ein Großteil der Teilnehmer springt erfahrungsgemäß unmotiviert nach ein paar Stunden Tai Chi ab, da im Unterricht mehr philosophiert aber weniger “trainiert” wird und zudem die Erfolge des Teilnehmers zu wünschen übrig lassen.

Ich möchte mit Ihnen etwas teilen, mit dem sie nicht so vertraut sind:

der Kampfkunst Tai Chi Chuan.

Nun, für viele Menschen sind Tai Chi und Kampfkunst ein komplett anderes Gleis, mit dem viele nichts zu tun haben möchten. Sie üben ihr Tai Chi als Meditation oder Gesundheitsübung. Ich behaupte nicht das diese Individuen richtig oder verkehrt liegen, aber ich behaupte, dass sie in ihrem Verständnis, was das System betrifft, ziemlich eingeschränkt werden können und in der Zukunft auf ein Plateau gelangen, auf dem sie sich nicht weiter entwickeln und verbessern können.

Warum sind viele Tai Chi Praktizierende sogar nach jahrzehnte langes Üben unfähig ihr Tai Chi anzuwenden? Sie lieben Tai Chi, lieben aber kein Kung Fu. Tai Chi ist aber Kung Fu. Tai Chi ist ein Stil vom Kung Fu. Sie wollen Tai Chi für Ihre Gesundheit üben, aber nicht die Kampfkunstanwendungen, daher lernen sie nie die andere Seite vom Tai Chi Chuan kennen. Tai Chi Chuan hat etwas mit dem Yin und Yang Prinzip zu tun. Alle philosophieren darüber, können oder wollen es meistens nicht umsetzen.

Um Tai Chi korrekt auszuführen, muss der Praktizierende auch die Kampfkunstseite üben, auch wenn er es nicht als Selbstverteidigung ausführen möchte. Erfährt er aber die Anwendung für die Selbstverteidigung, wird sein Tai Chi Chuan besser werden, auch wenn es “nur” für die Gesundheit geübt wird.

Vergessen wir nicht die alten Meister in China, die meistens bevor sie mit ihrem Tai Chi Training begannen, schon einen Kung Fu Stil beherrschten. Heutzutage gibt es aber so viele Akteure wie Krankenkassen, Betriebsmediziner, Dienstleister auf dem Markt (Gesundheits-, Sportwissenschaftler, Physiotherapeuten, Altenpfleger, Entspannungstrainer, etc.), die noch nie etwas mit einer Kampfkunst zu tun hatten, und ihr Tai Chi nur für die Gesundheit üben und unterrichten! Die Frage stellt sich nur, was wollen wir erreichen: Leistungsminderung oder Leistungssteigerung?

Auf das Thema Tai Chi Chuan und Gesundheit kommen wir später noch zu sprechen.